Freitag, 18.09.2009

Krasser Tag. Um 7:30 hat uns der Guide abgeholt und mit 3 Holländern, einem Engländer und seiner japanischen Freundin und einem spanischen Pärchen ging’s in Richtung Parque Nacional Los Nevados um den Vulkan Nevado del Ruiz zu erklimmen (OK, größtenteils motorisiert). Nevado heißt hier jeder Berg, der schneebedeckt ist, was in Kolumbien ab ca. 5000 Metern der Fall ist. Die Alpen wären hier also komplett schneefrei. Also ging’s die Serpentinen hoch durch tropischen Regenwald, zunächst von 2200 auf 3800 Meter, da wurde dann gefrühstückt. Die Landschaft war hier schon anders, weniger Dschungel, dafür viel Weideland. Hat ein bisschen an Bayern erinnert mit all den grünen Wiesen und Kühen. Weiter ging‘s zur Laguna Negra, einem kleinen Gebirgssee aus dem ein Fluss entspringt. Dann weiter zum Parkeingang auf 4050 Metern. Die Vegetation war hier schon spärlicher, nur noch Sträucher und ein paar Kakteen. Weiter ging‘s zum nächsten Fotostopp, wo wir die Aussicht genießen sollten. Allerdings war alles voller Wolken. Dafür entdeckte eine Gruppe kolumbianischer Schulmädels uns als Attraktion und so wurde dann 10 Minuten lang fotografiert. Nächster Halt war das Valle de Tumbas, eine ehemalige Opferstätte der eingeborenen auf 4300 Metern. Großartige Aussichten. Vegetation gab‘s hier keine mehr, nur noch eine Mondlandschaft aus Vulkangestein. Auch das Atmen viel hier schon schwerer. Das war so krass, man kam sich vor wie auf einem anderen Planeten, da man auch von der Welt unten nichts mehr sah, da über den Wolken. Weiter hoch auf 4800 Meter, an den Fuß des Kraters des Nevado del Ruiz. Weiter gespenstische Mondlandschaft, überall Lavabrocken und rechts ragt ein Nebenkrater des Ruiz auf. Weiter ging’s zu Fuß durch Schnee und Geröll auf 5100 Meter. Das hört sich nicht viel an, aber das war so krass anstrengend. Man konnte immer nur 20 Meter gehen, dann hat war man komplett außer Atem, das Herz hat gepocht wie verrückt und alles um einen ist verschwommen. Also mit Tunnelblick weiter, immer 20 Meter, 5 Minuten Pause. Die Holländer mussten wir nach und nach zurück lassen, einer ist gar nicht erst angetreten, der andere gab kurz vor der 5000er-Marke auf. Gut, dass ich nicht mehr rauche. Irgendwann war‘s dann endlich geschafft und die 5000er-Grenze war geknackt. Wir haben uns dann noch auf 5125 Meter geschleppt, weiter ging‘s nicht, da dann die Gletscher anfangen und man nur mit Spezialausrüstung im Rahmen einer 2-tagestour hoch kann. Also wieder runter und das war auch anstrengend, da sich der Köper jetzt wieder an den steigenden Druck gewöhnen musste, was ein Druckgefühl beim Atmen ausgelöst hat. Unten angekommen ging es per Auto noch zu heißen Quellen. Dort kommt das Wasser 85 Grad heiß aus dem Boden. Man darf sich das jetzt aber nicht wie ein tollen Thermalbad vorstellen, das war einfach ein Schwimmbecken im Dschungel, bei dem die blaue Farbe längst abgebröckelt war und das heiße Wasser per Gartenschlauch auf 40 Grad runter gekühlt wurde. War aber trotzdem angenehm und außerdem heilt das Vulkanwasser alle Krankheiten der Welt. Danach ging‘s dann nach Hause wo einen ruhigen Abend verbracht habe, da ich vollkommen Platt war und am nächsten Tag wieder volles Programm ist.

19.9.09 15:13

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