Wochenende 11.09. - 14.09.09

Freitag, 11.09.09

Vormittags haben mich die Schwestern aus Medellín abgeholt, obwohl ich mehrfach gesagt hab, dass ich auch öffentlich hinfahren kann. Dann erst mal nach Envigado, der ehemaligen Hochburg von Pablo Escobars Medellín-Kartell und dort ein Kinderheim besucht und Mittag gegessen. Danach ins Zentrum von Medellín ins dortige Kinderheim. Dort wurde mir dann gleich mein Zimmer gezeigt, ob wohl ich mehrfach betont habe, dass ich in einem Hostel schlafen will um auch mal Abends wegzugehen. Die Schwestern sind alle super nett und fürsorglich, aber manchmal ist es auch etwas zu viel des Guten. Also herzlich bedankt und ihnen erklärt, dass ich schon ein Hotel hab und auch mal das Medellín außerhalb des Klosters kennenlernen will. Den Nachmittag mit den Kindern verbracht und noch ein weiteres Kinderheim im Stadtteil Manrique besucht. Am frühen Abend hat mir dann eine der Nonnen noch die Metrocable (Seilbahn) bei Nacht gezeigt (trotz mehrfacher Beteuerung, dass ich das auch allein schaffe). Hat großartige Aussichten über das Lichtermeer von Medellín offenbart. Leider hab ich nur durch die Scheibe fotografieren können, da man in den Stadtteilen wo die Metrocable hält lieber nicht aussteigt… Danach Abendessen im Kinderheim und dann hab ich mich auf den Weg gemacht nach El Poblado, Stadtteil der wohlhabenderen Bevölkerung und Partymeile, wo sich auch alle Hotels und Backpacker befinden. Nach dem Einchecken hab ich mich dann gleich auf die Terrasse gesellt und bin bald mit einem Schweizer ins Gespräch gekommen, der seit 7 Monaten durch Amerika reist und am Anfang ernsthafte Probleme hatte mit mir Deutsch zu sprechen. In der nächsten halben Stunde dann gleich viele Leute aus England, Irland, Kolumbien, USA, Norwegen, Holland, Belgien, Pakistan usw. kennengelernt und einen feuchtfröhlichen Abend mit ausreichend Bier, Rum und Aguardiente (Zuckerrohrschnaps der wie Ouzo schmeckt und hier getrunken wird wie in Russland Wodka) verbracht. Am späten Abend dann feiern gegangen ins „Blue“, was auch großartig war. Um 5 Uhr früh heimgekommen und die Nacht auf der Terrasse ausklingen lassen.

 

Samstag, 12.09.09

 

Regenerationstag. Schweren Herzens musste ich mich dann doch irgendwann aufraffen um zum Stadion fahren, um eine Karte für den am Sonntag stattfindenden „Clássico“ zwischen Deportivo Independiente und Atlético Nacional zu erstehen. Dritter gegen Zweiten der Liga, Lokalderby und Erzfeinde. Nur aus der U-Bahn ausgestiegen und schon kam auch schon der Erste der mir Tickets anbot. Nach kurzem Verhandeln dann den Schwarzmarktpreis von umgerechnet 8 Euro anstelle von offiziellen 4 Euro bezahlt für die Südkurve, Fanblock von Atlético Nacional. Danach zurück ins Hotel. Den Abend und die Nacht auf der Terrasse verbracht, da alle zu faul waren wegzugehen. Gedauert hat’s trotzdem bis 7 Uhr früh.

 

Sonntag, 13.09.09

 

Mittags auf mit Nico aus Luzern und Danny aus Liverpool und noch nem Holländer auf dem Weg ins Stadion gemacht. Auf dem Weg mussten wir den Atléticofans mehrfach klarmachen, dass der Engländer trotz seiner Nationalität kein Hooligan ist. Das war gar nicht so einfach die zu überzeugen. Vor dem Stadion noch schnell ein Trikot gekauft (7 Euro) und dann in den Block. Das war nur noch krass, 50.000 verrückte Kolumbianer. Tonnenweise Konfetti, Luftschlangen und Feuerwerkskörper. Das halbe Stadion rot, die andere Hälfte grün und 90 Minuten durchgesungen. Natürlich waren wir mitten im Ultrablock, die haben uns aber supernett aufgenommen und mit eingebunden, der Schweizer durfte sogar einen Sprechchor anstimmen bei dem der ganze Block mitgemacht hat (es gibt hier nur 4 Blocks, also ¼ des Stadions). Die Angebote von Kleber und gelber Farbe zum schnüffeln haben wir trotzdem dankend abgelehnt… Die erste Halbzeit war langweilig, aber das Spiel war eh eher nebensächlich. In der Halbzeit wurde einfach weitergesungen als wären die Teams noch auf dem Platz. Zwischenzeitlich dann denen noch klargemacht, dass wir auch kein Kokain wollen, schon gar nicht, wenn es einem von nem riesigen tätowierten Atléticofan auf nem Messer mit 15cm-Klinge vor die Nase gehalten wird… Die zweite Hälfte war dann wesentlich besser. Atlético hat die Führung erzielt und ich hatte ernsthafte sorgen, dass die Tribüne einstürzt. Trotzdem dann leider noch 1:3 verloren. Nach dem Spiel gab’s dann noch eine Massenschlägerei zwischen den Spielern auf dem Platz und dann haben wir uns auf dem Weg zur U-Bahn gemacht. Aus der sichereren Entfernung der von der Polizei beschützten U-bahnhaltestelle durften wir dann noch die Straßenschlachten zwischen Atlético- und Independientefans beobachten. Alles in allem war es eine großartige kulturelle Erfahrung. Im Hostel angekommen sind der Schweizer und der Engländer gleich ins Bett und ich hab den mich den Abend auf der Terrasse verbracht und mich mit Juan aus Bogotá unterhalten, den ich die Tage zuvor kennengelernt hab.

 

Montag, 14.09.09

 

Morgens Sachen gepackt und ausgecheckt. Mittags noch mit Danny und Nico essen gegangen und mich dann auf den Weg gemacht. Vorher aber noch zum Cerro Nutibarra, einem großen Hügel in Medellín. Mit dem schweren Rucksack den Berg hoch gekrakselt und dann erstmal ausgeruht. Oben befindet sich das Pueblito Paisa, eine Nachbildung eines typischen Paisadorfes. Wieder mal nach Souvenirs geschaut, aber der Kolumbianer kennt leider nur schrecklichen Kitsch. Von oben hatte man auch eine großartige Sicht über die Innenstadt von Medellín. Danach dann per Minitaxi zurück nach La Estrella.

15.9.09 18:01

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