Dienstag bis Donnerstag, 01.-03.09.2009

In den letzten Tagen hab ich nicht schreiben können, da ich viel beschäftigt war. Also hier ein kurzes Fazit:

Dienstag, 01.09.2009

In der Früh ging‘s ins Kinderheim nach Sabaneta. 70 Kinder, zwischen 6 und 14, alles Jungen. Entsprechend anstrengend war‘s. Hab den ganzen Tag mit denen verbracht, gespielt, fragen über Deutschland beantwortet und ein paar Worte Deutsch und English beigebracht. Highlight des Tages für sie war, als sie meine Kamera entdeckt haben. Dann wurde den ganzen Tag geknipst. War zwar für mich anstrengend, weil ich immer aufpassen musste, dass sie nicht runterfällt, dafür sind aber super Fotos rausgekommen. Wenn ich sie selbst fotografieren will, sind sie immer recht schüchtern, gibt man ihnen die Kamera, kann man zwar die Hälfte der Bilder wieder löschen, dafür ist der Rest aber großartig. Nach dem Essen hat mich dann Anderson, der älteste, noch durch den Ort geführt. Danach bin ich nach Hause und früh ins Bett, da ich nach 8 Stunden mit den Kindern tot war und am nächsten Morgen um 5:30 aufstehen musste.

Mittwoch, 02.09.2209

Um 5:30 aus dem Bett, dann mit der Oberin zum Großmarkt in Medellín, Essensspenden von den Händlern einsammeln. Das ist aber nicht so, dass man da rumläuft und schnorrt, die geben den Schwestern wie selbstverständlich kistenweise Obst, Gemüse, Fleisch etc. Zahlen tut Gott. Wir sind mit einer Jeep-Ladung Essen wieder heimgefahren, waren bestimmt einige hundert Kilo. Nebenbei hab ich auch noch einen Crashkurs in Sachen tropische Früchte absolviert. Ich kannte Mango, Papaya und Banane, von den anderen 30 hab ich noch nie was gehört.

Nachmittags dann nach Caldas, eine halbe Stunde südlich von La Estrella. Wieder ein Kinderheim besucht, diesmal alles Mädels. War etwas weniger anstrengend, aber nicht minder lustig. Den Trick mit der Kamera hab ich gleich wieder erfolgreich angewendet. Die Fragen waren wie immer die Selben: Sind in Deutschland alle so groß, haben da alle blaue Augen, wie weit weg ist Deutschland? Und komischerweise wollen sie immer alle wissen wie das deutsche Geld aussieht. In Zukunft werd ich immer ein paar Euromünzen mitnehmen wenn ich ein Kinderheim besuch. Nachmittags hatten sie einen Tanzkurs, war lustig anzusehen. Unfreiwilligerweise wurde ich natürlich auch noch in die Geheimnisse des Merengue und Rumba eingeweiht. Durchschaut habe ich sie nicht…

Am Abend dann noch über den Hauptplatz in La Estrella gegangen. Zur Zeit wird der Geburtstag des Ortes gefeiert, es ist eine Bühne aufgebaut, wo Livebands spielen und außen herum gibt es viele Stände mit Bier, Essen und Kunsthandwerk. War aber recht ruhig, richtig los geht’s scheinbar erst morgen. Kolumbianische Heavy Metal-Bands sind übrigens gar nicht so schlecht!

Donnerstag, 03.10.2009

Morgens um 8:30 hat mich Sigifredo abgeholt. Das ist der Familienvater aus Peñas Blancas, den wir am Wochenende besucht haben, der der die Eimer recycelt. Er hatte mir angeboten, mich mal durch Medellín zu führen. Gekostet hat mich das seine Fahrtkosten und ein Mittagessen, also knapp 6 Euro. Los ging‘s also in die Stadt und zuerst in die Metrocable. Das ist eine Erweiterung der Metro den Berg hinauf, in Form einer Gondel. Ist wie beim Skifahren, nur ohne Ski und quer durch die Stadt und die Armenviertel. War sehr beeindruckend, vor allem die Aussicht war überragend, da man von oben die komplette Stadt überblickt. Danach weiter zur anderen Metrocable, ist das selbe nur am anderen Ende der Stadt. Aussicht von oben noch überragender, da sich nun auch der morgendliche Dunst etwas verzogen hatte. In Santo Domingo (Endstation der Metrocable) dann Sigifredo‘s Schwester besucht und Pause gemacht. Santo Domingo war vor kurzem noch eines der gefährlichsten Viertel der Stadt, ist jetzt aber (laut Sigifredo) sicher. Danach mit dem Minitaxi zurück in die Stadt und verschiede Märkte, Plätze und Kirchen besucht. Dabei einen riesigen Markt kennengelernt, wo es einfach alles gibt, nur keine Originale. Anschließend hat er mich noch in den Zoo gebracht, weil der so sehenswert sei. War aber eher etwas bedrückend wie die Tiere da gehalten werden…

Danach zurück nach La Estrella und ins Internetcafé wo ich jetzt gerade diese Zeilen schreibe. Am Abend werd ich mir noch die Feierlichkeiten hier anschauen, da heute am meisten los sein soll. Für das Wochenende verabschiede ich mich in den Osten nach Guadapé und El Peñol, ca. 2 Stunden von Medellín. Soll dort überragende Landschaften und Seen geben. Außerdem vielleicht noch nach Santa Fé de Antioquia, eine alte Kolonialstadt. Eigentlich wollte ich noch nach Río Claro eine Canyon- und Höhlensystem noch weiter im Osten, mir wurde aber aus Sicherheitsgründen geraten, das lieber zu lassen. Daher wird ich mir das sparen, da ich in 6 wochen wieder heim kommen will und nicht erst nach 4 oder 5 Jahren im Dschungel… Meld mich dann am Montag oder Dienstag wieder!

 

4.9.09 01:36

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