Donnerstag, 10.09.09

Ruhiger Tag. Vormittags ein bisschen beim Abwasch geholfen  und Wäsche gewaschen. Nachmittags frei gehabt und etwas in La Estrella spazieren gegangen und ein paar Fotos geschossen. Morgen wird’s anstrengend, da bin ich in einem Kinderheim in der Innenstadt von Medellín mit über 100 Kindern. Danach bleib ich das Wochenende in Medellín um noch ein paar Sachen anzuschauen, einzukaufen und vor allem mal das Nachtleben zu erkunden, da das von La Estrella aus nicht möglich ist, außer man macht durch.

15.9.09 18:00, kommentieren

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Dienstag, 08.09.09

Nachdem ich die ganze letzte Woche jeden Tag unterwegs war hab ich mir mal den Vormittag freigenommen. Paar Sachen in der Ort erledigt und ansonsten ausgespannt. Nach dem Essen bin ich dann zum zweiten Mal ins Kinderheim hier in La Estrella gegangen. Da mich die Kinder schon kannten war’s einfach und sie haben sich gefreut, dass ich wieder gekommen bin. Die noch fehlenden Fotos aus diesem Kinderheim hab ich nachgeholt, entsprechend groß war wieder die Begeisterung für die Kamera. Danach habe ich ihnen noch meinen Laptop aufgebaut und ihnen Bilder von Deutschland gezeigt, was auch für große Augen gesorgt hat. Ich glaub ich hätte ihnen aber auch irgendetwas zeigen können, Zentrum des Interesses war der Laptop… Danach dann noch etwas mit den dortigen Schwestern unterhalten, von den Kinder verabschiedet und ihnen tausendfach versprochen, dass ich wieder komme bevor ich zurück nach Deutschland flieg und dann Feierabend.

9.9.09 02:24, kommentieren

Montag, 07.09.09

Heute war ich mit einer Bekannten der Oberin unterwegs. Sie betreut hier verschiedene ökologische Projekte. Wir haben beispielsweise ein Wohngelände besichtigt, das nur auf ökologischer Basis funktioniert, sprich die Häuser aus einer bestimmten Bautechnik mit Lehm, Solarenergie, Obst- und Gemüseanbau, etc. Danach war ich bei ihr zu Hause zum Essen eingeladen und konnte nebenbei mit ihrem französischen Mann meine Französisch -Kenntnisse auffrischen. Außerdem hat sie mir noch ein paar Tipps gegeben, was man hier machen kann. Zum Beispiel gibt es scheinbar super Wanderrouten in die umliegenden Berge oder man kann zu Pferd selbige erkunden. Das wird ich mir mal genauer anschauen. Ansonsten war’s ein eher ruhiger Tag.

8.9.09 02:34, kommentieren

Wochenende 04.09. - 06.09.2009

Freitagmorgen um 9 zum Busbahnhof und den Bus nach Guatapé genommen. 2 Stunden Fahrt durch grüne Hügel und Täler. Guatapé liegt knapp 80 Kilometer östlich von Medellín auf fast 200 Meter Höhe an einem Stausee und ist ein beliebtes Wochenendausflugsziel unter Kolumbianern. Kurz vor der Ankunft hat’s dann noch gekracht, weil ein Laster am stehenden Bus vorbei fahren wollte und dabei die Breite der Straße unterschätzt hat... Also die letzten paar hundert Meter zu Fuß weiter. Bei meiner Ankunft hab ich übrigens den ersten Gringo (Bezeichnung für weiße Europäer oder Amerikaner) seit meiner Ankunft in Kolumbien gesehen. Mein Hotel war in einem alten Haus im Kolonialstil, da Zimmer war sauber und gemütlich. Als erstes gleich ins Bad und die Dusche ausprobiert. Juhu, warmes Wasser, das erste seit 2 Wochen! Danach Mittagessen am Seeufer. Hab eine Bandeja de Paisa bestellt, ein für die Region typisches Essen. Paisa ist der Ausdruck für die Bewohner der Provinz Antioquia. Und ein Paisa mag’s deftig. So gab es einen riesigen Teller mit Reis, Spiegelei, Arepa (Mais-Tortilla), Bohnen, Chicharón (kross gebratene Schweinescharte), Chorizo (Bratwurst), Hackfleisch, Avocado und Salat. Das Ganze für 3 Euro. Danach mit einer Motochiva (Dreiradähnliches Gefährt für 3 Personen) zur Hauptattraktion von Guatapé, der Piedra de El Peñol. Das ist ein riesiger Felsbrocken den die Eiszeit hier hinterlassen hat. Sieht aus wie ein überdimensionaler Hinkelstein von 200 Metern Höhe. Von oben hatte man eine großartige Aussicht auf die umliegende Seenlandschaft. Zurück in Guatapé hab ich mir dann den Ort angeschaut. Guatapé ist ein schläfriges Nest dessen Häuser im für Antioquia typischen Stil erbaut sind. Kleine, bunte, mit verschiedenen Verzierungen bemalte Häuser in allen erdenklichen Farben und mit den typischen Holzfenstern mit Schnitzereien. Schön ist auch der Hauptplatz mit der Kirche im Kolonialstil. Danach hab ich mich mit einem Bier an den See gesetzt und den Sonnenuntergang angeschaut. Dafür reicht auch ein 0,33er Bier, denn der dauert hier ja nur wenige Minuten. Am Abend noch ein Gläschen Rum auf dem Balkon und dem Treiben auf der Straße zugesehen. Guatapé is ein nettes Städtchen in einer schönen Landschaft, aber ansonsten gibt es nicht viel zu besichtigen. Deshalb beschloss ich am nächsten Tag nach Santa Fé de Antioquia aufzubrechen.

Samstag

Am nächsten Morgen dann endlich die ersehnte heiße Dusche. Aber nix da, am Morgen war das Wasser natürlich kalt. Dann noch ein deftiges Paisafrühstück mit Bohnen, rühtri, Brot, Arepa und Käse und danach den nächsten Bus nach Medellín genommen. Auf der Fahrt stieg dann wieder einer der nervigen Verkäufer ein, dass passiert hier ca. alle 20 Minuten. Und die verkaufen hier die tollsten Dinge, von denen wir in Europa nur träumen können. Schnecken gegen Arthritis, Marienstatuen die vor Krebs schützen, Wurzeln gegen Impotenz. Heute im Angebot: Algenmasken gegen Schweinegrippe! Das hätte mal der Staatspräsident nehmen sollen, der hat sich nämlich vor kurzem infiziert. Angekommen in Medellín gleich in den Bus nach Santa Fé, 2 Stunden nordwestlich. Santa Fé ist die älteste Stadt Antioquias und war früher die Provinzhauptstadt. Als die Regierung 1826 nach Medellín gezogen ist, ist hier die Zeit stehen geblieben. Und den Eindruck hat man bei der Ankunft auch. Die koloniale Struktur und Architektur ist fast vollständig erhalten und man sieht überall Menschen mit auf Pferden mit den traditionellen Paisa-Hüten, Ponchos und Schnautzer. Wären die vielen Motorroller und Wochenendausflügler nicht, würde man sich hier wie 150 Jahre zurückversetzt fühlen. Nach der Ankunft erst mal wie immer vor den Taxifahrern flüchten, die einen in ihr Auto drängen wollen. Ankunft im Hotel, sehr einfaches aber sauberes Zimmer, Wasser natürlich nur kalt. Die Erfindung des Boilers scheint sich noch nicht nach Kolumbien durchgerungen zu haben. Allerdings braucht man in Santa Fé auch kein warmes Wasser. Im Vergleich zu Medellín (1500 m) tausend Meter niedriger auf 550 Metern gelegen, beträgt die Temperatur hier das ganze Jahr über zwischen 29° und 35°. Dazu kommt noch die drückende Luftfeuchtigkeit, sodass man sich nicht mal bewegen muss um zu schwitzen. Danach erst mal Essen gegangen, einen riesigen Hamburger. McDonald’s und Co. haben es übrigens auch noch nicht nach Kolumbien geschafft und das ist auch gut so. Beim Essen Fußball geschaut, WM-Quali gegen den Erzrivalen Ecuador. Langweiliges Spiel, dann in den letzten 10 Minuten 2 Tore für Kolumbien und die Hölle war los in Santa Fé. Anschließend die Stadt angeschaut und dabei mit Juan Pablo ins Gespräch gekommen. Woher ich komme, was ich hier mache, etc., kam mir etwas suspekt vor. Dann mir ein Heft von den Zeugen Jehovas in die Hand gedrückt, gut, damit kann ich leben. Nach der Verabschiedung dann gleich der Check, Geld, Kamera, Handy, alles noch da. War also doch nur ein netter Kerl. Das ist hier übrigens voll oft so, dass einen Fremde grüßen oder auf der Straße ansprechen und man denkt immer dass da was dahinter steckt, aber bisher war noch nie etwas, die sind hier einfach unglaublich aufgeschlossen und freundlich und freuen sich, dass ein Gringo ihr Land besucht.

Am Abend dann noch auf ein Bier ins Kneipenviertel, aber das war eher ein Flopp, da man sich hier auf dem Land befindet und hier abends die Dorfjugend trifft. Sowohl war ich sowohl altersmäßig als auch kulturell etwas fehl am Platz.

Sonntag

Am nächsten Morgen dann mit einer der auch hier verkehrenden Motochivas zur Puente de Occidente, 5 km von Santa Fé. Das ist eine fast 300 Meter lange Hängebrücke über den Río Cauca, den zweitgrößten Fluss Kolumbiens. Mit einem Alter von 114 Jahren ist sie außerdem eine der ältesten Hängebrücken Amerikas. Die Brücke dann zu Fuß überquert und die großartige Landschaft bestaunt. Nassgeschwitzt auf der anderen Seite angekommen hat mich dort mein Fahrer erwartet. Zurück über die Dschungelstrecke nach Santa Fé, Sachen aus dem Hotel geholt und zurück nach Medellín. Dort noch ein paar Einkäufe erledigt (Ladenschlusszeiten gibt es hier nicht, so dass die meisten Geschäfte bis 22 oder 23 Uhr auf haben und einige auch Sonntags) und dann per Metro und Minitaxi zurück nach La Estrella.

1 Kommentar 8.9.09 02:23, kommentieren

Dienstag bis Donnerstag, 01.-03.09.2009

In den letzten Tagen hab ich nicht schreiben können, da ich viel beschäftigt war. Also hier ein kurzes Fazit:

Dienstag, 01.09.2009

In der Früh ging‘s ins Kinderheim nach Sabaneta. 70 Kinder, zwischen 6 und 14, alles Jungen. Entsprechend anstrengend war‘s. Hab den ganzen Tag mit denen verbracht, gespielt, fragen über Deutschland beantwortet und ein paar Worte Deutsch und English beigebracht. Highlight des Tages für sie war, als sie meine Kamera entdeckt haben. Dann wurde den ganzen Tag geknipst. War zwar für mich anstrengend, weil ich immer aufpassen musste, dass sie nicht runterfällt, dafür sind aber super Fotos rausgekommen. Wenn ich sie selbst fotografieren will, sind sie immer recht schüchtern, gibt man ihnen die Kamera, kann man zwar die Hälfte der Bilder wieder löschen, dafür ist der Rest aber großartig. Nach dem Essen hat mich dann Anderson, der älteste, noch durch den Ort geführt. Danach bin ich nach Hause und früh ins Bett, da ich nach 8 Stunden mit den Kindern tot war und am nächsten Morgen um 5:30 aufstehen musste.

Mittwoch, 02.09.2209

Um 5:30 aus dem Bett, dann mit der Oberin zum Großmarkt in Medellín, Essensspenden von den Händlern einsammeln. Das ist aber nicht so, dass man da rumläuft und schnorrt, die geben den Schwestern wie selbstverständlich kistenweise Obst, Gemüse, Fleisch etc. Zahlen tut Gott. Wir sind mit einer Jeep-Ladung Essen wieder heimgefahren, waren bestimmt einige hundert Kilo. Nebenbei hab ich auch noch einen Crashkurs in Sachen tropische Früchte absolviert. Ich kannte Mango, Papaya und Banane, von den anderen 30 hab ich noch nie was gehört.

Nachmittags dann nach Caldas, eine halbe Stunde südlich von La Estrella. Wieder ein Kinderheim besucht, diesmal alles Mädels. War etwas weniger anstrengend, aber nicht minder lustig. Den Trick mit der Kamera hab ich gleich wieder erfolgreich angewendet. Die Fragen waren wie immer die Selben: Sind in Deutschland alle so groß, haben da alle blaue Augen, wie weit weg ist Deutschland? Und komischerweise wollen sie immer alle wissen wie das deutsche Geld aussieht. In Zukunft werd ich immer ein paar Euromünzen mitnehmen wenn ich ein Kinderheim besuch. Nachmittags hatten sie einen Tanzkurs, war lustig anzusehen. Unfreiwilligerweise wurde ich natürlich auch noch in die Geheimnisse des Merengue und Rumba eingeweiht. Durchschaut habe ich sie nicht…

Am Abend dann noch über den Hauptplatz in La Estrella gegangen. Zur Zeit wird der Geburtstag des Ortes gefeiert, es ist eine Bühne aufgebaut, wo Livebands spielen und außen herum gibt es viele Stände mit Bier, Essen und Kunsthandwerk. War aber recht ruhig, richtig los geht’s scheinbar erst morgen. Kolumbianische Heavy Metal-Bands sind übrigens gar nicht so schlecht!

Donnerstag, 03.10.2009

Morgens um 8:30 hat mich Sigifredo abgeholt. Das ist der Familienvater aus Peñas Blancas, den wir am Wochenende besucht haben, der der die Eimer recycelt. Er hatte mir angeboten, mich mal durch Medellín zu führen. Gekostet hat mich das seine Fahrtkosten und ein Mittagessen, also knapp 6 Euro. Los ging‘s also in die Stadt und zuerst in die Metrocable. Das ist eine Erweiterung der Metro den Berg hinauf, in Form einer Gondel. Ist wie beim Skifahren, nur ohne Ski und quer durch die Stadt und die Armenviertel. War sehr beeindruckend, vor allem die Aussicht war überragend, da man von oben die komplette Stadt überblickt. Danach weiter zur anderen Metrocable, ist das selbe nur am anderen Ende der Stadt. Aussicht von oben noch überragender, da sich nun auch der morgendliche Dunst etwas verzogen hatte. In Santo Domingo (Endstation der Metrocable) dann Sigifredo‘s Schwester besucht und Pause gemacht. Santo Domingo war vor kurzem noch eines der gefährlichsten Viertel der Stadt, ist jetzt aber (laut Sigifredo) sicher. Danach mit dem Minitaxi zurück in die Stadt und verschiede Märkte, Plätze und Kirchen besucht. Dabei einen riesigen Markt kennengelernt, wo es einfach alles gibt, nur keine Originale. Anschließend hat er mich noch in den Zoo gebracht, weil der so sehenswert sei. War aber eher etwas bedrückend wie die Tiere da gehalten werden…

Danach zurück nach La Estrella und ins Internetcafé wo ich jetzt gerade diese Zeilen schreibe. Am Abend werd ich mir noch die Feierlichkeiten hier anschauen, da heute am meisten los sein soll. Für das Wochenende verabschiede ich mich in den Osten nach Guadapé und El Peñol, ca. 2 Stunden von Medellín. Soll dort überragende Landschaften und Seen geben. Außerdem vielleicht noch nach Santa Fé de Antioquia, eine alte Kolonialstadt. Eigentlich wollte ich noch nach Río Claro eine Canyon- und Höhlensystem noch weiter im Osten, mir wurde aber aus Sicherheitsgründen geraten, das lieber zu lassen. Daher wird ich mir das sparen, da ich in 6 wochen wieder heim kommen will und nicht erst nach 4 oder 5 Jahren im Dschungel… Meld mich dann am Montag oder Dienstag wieder!

 

1 Kommentar 4.9.09 01:36, kommentieren

Montag, 30.08.2009

Tranquilo. Wochenende war anstrengend, daher hab ich mal einen Tag ausgespannt. Bisl rumgelaufen und das war‘s. Am Abend noch den Schwestern geholfen, eine Jeep-Ladung Essensspenden von der Kirche ins Kloster geschafft und dann ruhiger Abend.

2.9.09 01:49, kommentieren

Sonntag, 30.08.2009

Um 7 Uhr früh aufgewacht vom Baustellenlärm. Da man Bauarbeiten selber durchführt und unter der Woche arbeitet, macht man das halt Sonntag früh…

Anschließend den Schwestern geholfen den morgigen Markt vorzubereiten. Es werden dem Kloster hier immer wieder Essen und Kleidung von den Einheimischen gespendet. Auf dem Markt, der im Kloster stattfindet, werden dann Essenspakete mit Reis, Mehl, Salz, Früchten etc. verkauft und der Erlös geht dann wieder an arme Menschen oder die Kinder.

Am Nachmittag haben wir dann wieder mit Gabriel und seiner Frau ein paar umliegende Dörfer besucht. Zuerst in die Berge auf fast 2000 Meter nach La Virgen. Dort wieder einige Familien besucht und selbstgemachte Limonade verköstigt. Anschließend wieder ins Tal nach Playanita, ein weiteres armes Dorf am Río Medellín, aber etwas städtischer und mit Slums am anderen Flussufer. Danach auf der anderen Seite des Tales wieder den Berg hoch nach San Isidro. Wieder Familien besucht und einige großartige Aussicht genossen. Danach haben sie dann noch eine Stadtrundfahrt durch Medellín bei Nacht mit mir gemacht. Dabei hab ich auch mal die reichen Teile mit den Hotels und Banken gesehen. Und El Poblado, die Partymeile mit Bars, Diskotheken und Casinos. Ich glaub da wird ich mal ein Wochenende ausspannen… Beeindruckend war auch das Lichtermeer links und rechts an den Bergen, wo sich die Comunidades, die Armenviertel den Hang hochziehen.

Am Abend bin ich wieder ein bisschen durch La Estrella gegangen und hab endlich sowas wie ein Zentrum entdeckt, wo auch Abends was los ist, viele Bars und Geschäfte.

1 Kommentar 31.8.09 20:04, kommentieren


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