Cartagena

So hier endlich mal wieder ein paar news und eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage.

 

Nachdem wir einen Tag Medellín besichtigt haben warenb wir abends noch auf einer Uniparty, mit 2 Kolumbianern die ich hier kennengelernt habe. War grossartig und die Party fand einfach vor der Uni auf der Strasse statt.

Am nächsten Tag abends dann per Nachtbus nach Cartagena an der Karibikküste. 14 Stunden im rollenden Eisschrank, da die Busse hier Klimnaanlagen haben, die lediglich über einen an/aus-Schalter verfügen, aber keinen Temepraturregler haben. Angekommen in Cartagena dann sofort drückende Hitze schon um 8 Uhr früh. Tagsüber haben wir die Stadt angeschaut. Cartagena ist grossartig und wohl die schönste Stadt Kolumbiens. Lauter alte bunte Kolonialbauten,und Festungen und eine alte Stadtmauer die zur Piratenabwehr gebaut wurde und von der aus man eine grossartige Aussicht aufs meer und die Stadt hat. In Cartagena haben wir noch Mittag gegessen und sind dann an den Strand gefahren, da die Hitze nicht mehr auszuhalten war. Das Meer war aber auch keine Erfrischung, da Badewannentemperatur...

Am naechsten Tag gings dann per Minibus, Ruderboot und Motorradtaxi zur Playa Blanca auf der Insel Baru. Ein Traumstrand, wie man sich die Karibik vorstellt. Weisser Sand, Palmen und tuerkisgruenes Meer. Im Wasser schwimmen einem Bunte Fische um die Fuesse. Dort haben wir auch uebernachtet, in der Haengematte am Strand. Am naechsten Tag noch in Playa Blanca geblieben und dann per Boot zurueck nach Cartagena, wo wir danach noch einen ruhigen Tag in der Stadt verbracht haben.

Danach gings per Bus nach Santa Marta und dann weiter nach Taganga. Daruber wird demnaechst berichtet, da ich jetzt los muss, heute Abend gehts zurueck nach Medellin.

1 Kommentar 7.10.09 19:14, kommentieren

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Mittwoch & Donnerstag

Mittwoch, 23.09.09

 

Vormittags Wäsche gewaschen und mal wieder Kistenweise Essen geschleppt, Mittwochs ist immer Großmarkttag. Nachmittags war ich dann bei den Kindern, die sich riesig gefreut haben. Wieder mal über hundert Fotos gemacht. Außerdem musste ich versprechen am nächsten Tag wiederzukommen.

 

Donnerstag, 24.09.09

 

Vormittags den Schwestern geholfen. Erst aus Sojabohnen Milch und Brot hergestellt und dann geholfen den Kindern das Essen für den Mittagstisch zu servieren. Anschließend bin ich mit dem Hund spazieren gegangen, damit der auch mal aus dem Kloster rauskommt. Nach dem Essen dann wieder zu den Kindern. Mit ihnen den ganzen Nachmittag gespielt, Hausaufgaben gemacht und Geschichten vorgelesen. Danach hab ich mich verabschiedet, denn morgen geht es los in Richtung Karibik. Am Abend hab ich dann noch meinen Mitbewohner Andy in Medellín abgeholt, welcher heute angekommen ist und mich die 2 Wochen an der Küste begleiten wird.

 

Ansonsten môchte ich mich hiermit an die Karibik verabschieden. Ich werde versuchen, hier so oft wie môglich von mir hôren zu lassen, allerdings wird das wohl etwas unregelmaessiger und kuerzer ausfallen, da ich unterwegs bin und auch weil ich meinen Laptop nicht dabei

25.9.09 18:02, kommentieren

Wochenende 19.09. – 22.09.09

Zurück aus einem großartigen Wochenende, hier die Zusammenfassung der letzten Tage.

 

Einen Tag nach dem Vulkan-Ausflug habe ich die Hacienda Guayabal, eine Kaffeeplantage bei Chinchiná besucht. Eine Stunde mit dem Bus nach Chinchiná und dort den Minibus nach Guayabal gesucht, was schwieriger als erwartet war. Von Chinchiná dann zur Hacienda und erst mal der Mautstelle statt wie beschrieben davor ausgestiegen. Also vergeblich rumgefragt, bis mir dann endlich einer weiterhalf und mir sagte, dass ich zur Plantage 3 km zurück laufen müsse. Also die Landstraße durch Kaffeeplantagen entlang gewandert, bis ich nach einer Stunde dann endlich da war. War aber im Nachhinein eine großartige kleine Wanderung. Angekommen auf der Hacienda hab ich dann erst mal das englisch-japanische Pärchen wiedergetroffen. Dann wurde uns nach einem Willkommensdrink in anderthalb Stunden der Prozess der Kaffeeherstellung erklärt. War sehr interessant und auch landschaftlich sehr ansprechend. Danach dann weniger kompliziert zurück nach Manizales.

 

Sonntag hab ich dann den Bus Perreira und anschließend nach Salento genommen. Schon die Anfahrt war großartig, zog sich aber etwas länger hin, da wir von einem der in Kolumbien übliche Militärkontrollen aufgehalten wurde und dann jeder einzeln auf Waffen durchsucht wurde. Das ist hier nichts besonderes, seit die neue Regierung im Kampf gegen die Guerilla denSalento ist ein kleines Dörfchen inmitten großartiger grüner Berge, wo noch alle in der traditionellen Kleidung mit Poncho und Sombrero rumlaufen. Am Nachmittag und Abend hab ich dann ein wenig den Ort erkundet, der, egal in welche Richtung man schaut, großartige Aussichten bietet. Nach Einbruch der Dunkelheit dann noch etwas durch die Geschäfte gebummelt und einen Perro Caliente (Hotdog) verspeist. Zu meinem Schrecken machen die hier außer Ketchup, Senf und Mayonnaise auch noch Ananassoße (!) drauf… Den Abend hab ich im Hostel verbracht und dabei wieder einige Leute aus aller Welt kennen gelernt.

 

Am Montag dann ging‘s mit einem Franzosen, den ich kennengelernt hab, ins Valle de Cocora, ein atemberaubendes Tal. Eine Stunde Anfahrt mit dem Jeep, danach war man erst mal ordentlich durchgeschüttelt. Dann ging‘s zu Fuß los, 5 Stunden Wanderung. Der erste Teil geht durch grüne Wiesen mit Kühen und man kommt sich vor wie in Bayern, nur dass ein kleines Detail nicht passt: Die 60 Meter hohen Wachspalmen, die größte Palmenart der Welt. Der zweite Teil war dann durch Nebelwald bis auf 3000 Meter Höhe. Nebelwald ist das gleiche wie Regenwald, mit dem Unterschied, dass er sich zwischen 2000 und 3000 Metern Höhe befindet und sich nicht durch regen, sondern durch Nebel speist. Und seinem Namen wird er gerecht. Tiefer Dschungel mit Farnen, Lianen und anderer tropischer Vegetation, dazu immer wieder von Nebelschwaden durchzogen, was dem ganzen einen gespenstischen Aspekt verleiht. Dazu mussten wir immer wieder den Fluss überqueren und zwar auf abenteuerlichen Hängebrücken und auf Baumstämmen balancierend. Nach 2 Stunden dann Pause in einem Kolibri-Reservat und dann nach La Montaña aufgestiegen, einem Viewpoint von dem man eine tolle Aussicht auf das Tal hatte. Das beste war dann der Rückweg von la Montaña zum Ausgangspunkt. Der Weg hing am Hang entlang und man hatte eine großartige Sicht ins Tal. Dazu die riesigen Palmen ringsherum, die immer wieder im Nebel verschwanden, hatte wirklich was gespenstisches. Danach dann wieder zurück mit dem Jeep über Stock und Stein. Und zwar wegen Überfüllung auf dem Gepäckträger… Abend wieder im Hostel etwas Rum verköstigt und sich unterhalten, u.A. mit einem Angestellten der auf den Klangvollen Namen Roiber hört und für die Sicherheit zuständig ist…

 

Dienstag dann nichts besonderes zu erzählen, 7 Stunden Busfahrt zurück nach Medellín und einen ruhigen Abend daheim verbracht.

23.9.09 03:16, kommentieren

Freitag, 18.09.2009

Krasser Tag. Um 7:30 hat uns der Guide abgeholt und mit 3 Holländern, einem Engländer und seiner japanischen Freundin und einem spanischen Pärchen ging’s in Richtung Parque Nacional Los Nevados um den Vulkan Nevado del Ruiz zu erklimmen (OK, größtenteils motorisiert). Nevado heißt hier jeder Berg, der schneebedeckt ist, was in Kolumbien ab ca. 5000 Metern der Fall ist. Die Alpen wären hier also komplett schneefrei. Also ging’s die Serpentinen hoch durch tropischen Regenwald, zunächst von 2200 auf 3800 Meter, da wurde dann gefrühstückt. Die Landschaft war hier schon anders, weniger Dschungel, dafür viel Weideland. Hat ein bisschen an Bayern erinnert mit all den grünen Wiesen und Kühen. Weiter ging‘s zur Laguna Negra, einem kleinen Gebirgssee aus dem ein Fluss entspringt. Dann weiter zum Parkeingang auf 4050 Metern. Die Vegetation war hier schon spärlicher, nur noch Sträucher und ein paar Kakteen. Weiter ging‘s zum nächsten Fotostopp, wo wir die Aussicht genießen sollten. Allerdings war alles voller Wolken. Dafür entdeckte eine Gruppe kolumbianischer Schulmädels uns als Attraktion und so wurde dann 10 Minuten lang fotografiert. Nächster Halt war das Valle de Tumbas, eine ehemalige Opferstätte der eingeborenen auf 4300 Metern. Großartige Aussichten. Vegetation gab‘s hier keine mehr, nur noch eine Mondlandschaft aus Vulkangestein. Auch das Atmen viel hier schon schwerer. Das war so krass, man kam sich vor wie auf einem anderen Planeten, da man auch von der Welt unten nichts mehr sah, da über den Wolken. Weiter hoch auf 4800 Meter, an den Fuß des Kraters des Nevado del Ruiz. Weiter gespenstische Mondlandschaft, überall Lavabrocken und rechts ragt ein Nebenkrater des Ruiz auf. Weiter ging’s zu Fuß durch Schnee und Geröll auf 5100 Meter. Das hört sich nicht viel an, aber das war so krass anstrengend. Man konnte immer nur 20 Meter gehen, dann hat war man komplett außer Atem, das Herz hat gepocht wie verrückt und alles um einen ist verschwommen. Also mit Tunnelblick weiter, immer 20 Meter, 5 Minuten Pause. Die Holländer mussten wir nach und nach zurück lassen, einer ist gar nicht erst angetreten, der andere gab kurz vor der 5000er-Marke auf. Gut, dass ich nicht mehr rauche. Irgendwann war‘s dann endlich geschafft und die 5000er-Grenze war geknackt. Wir haben uns dann noch auf 5125 Meter geschleppt, weiter ging‘s nicht, da dann die Gletscher anfangen und man nur mit Spezialausrüstung im Rahmen einer 2-tagestour hoch kann. Also wieder runter und das war auch anstrengend, da sich der Köper jetzt wieder an den steigenden Druck gewöhnen musste, was ein Druckgefühl beim Atmen ausgelöst hat. Unten angekommen ging es per Auto noch zu heißen Quellen. Dort kommt das Wasser 85 Grad heiß aus dem Boden. Man darf sich das jetzt aber nicht wie ein tollen Thermalbad vorstellen, das war einfach ein Schwimmbecken im Dschungel, bei dem die blaue Farbe längst abgebröckelt war und das heiße Wasser per Gartenschlauch auf 40 Grad runter gekühlt wurde. War aber trotzdem angenehm und außerdem heilt das Vulkanwasser alle Krankheiten der Welt. Danach ging‘s dann nach Hause wo einen ruhigen Abend verbracht habe, da ich vollkommen Platt war und am nächsten Tag wieder volles Programm ist.

19.9.09 15:13, kommentieren

Donnerstag, 17.09.09

Um 6 Uhr aus dem Bett und auf zum Busbahnhof. 5 Stunden Bus Richtung Süden nach Manizales in der „Zona Cafetera“. Zuerst wieder durch großartige Berge und Täler, nur noch höher und beeindruckender als bisher und teilweise beängstigend, wie der Fahrer durch Kurven ohne Absperrung heizt, wo es rechts ein paar hundert Meter runter geht. Danach wieder runter ins heiße Tal des Cauca Flusses und dann wieder hoch, abwechselnd durch Bananenplantagen, Kaffeeplantagen und Wälder aus Guadua-Bambus bis nach Manizales auf 2200 Metern. Hier und in Salento werd ich die nächsten 5 Tage verbringen und die das Hochland mit seinen Kaffeeanbaugebieten, Naturparks, Vulkanen und Wandergebieten erkunden. Nach dem Mittagessen die Stadt angeschaut. Manizales ist vogelwild, 500.000 Einwohner und liegt einfach auf einem Bergrücken, die Hauptstraße auf dem Kamm und links und rechts fallen die Querstraßen steil den Hang hinab. Manizales hat außer der höchsten Kathedrale Kolumbiens nicht viel zu bieten, das Nachtleben soll noch ganz gut sein, da es eine Studentenstadt mit mehreren Unis ist. Das werde ich mir heute aber nicht mehr genauer anschauen, da ich morgen um 6:30 raus muss um meinen persönlichen Höhenrekord zu knacken und den Vulkan „Nevado de Ruiz“ mit 5400 Metern Höhe zu erklimmen. Ganz hoch darf man leider nicht, sondern „nur“ auf 5100 Meter...

18.9.09 03:48, kommentieren

Dienstag & Mittwoch

Dienstag, 15.09.09

 

Am Nachmittag haben wir mit den drei Nonnen und Mirabel, dem Mädchen das noch hier wohnt, eine Finca in den Bergen besucht, die Bekannten der Schwestern gehört. War interessant mal einen Bauernhof auf kolumbianisch zu sehen und Landschaftlich wieder einmal äußerst ansprechend. Die Besitzer waren auch sehr nett und haben uns dann noch zum Essen eingeladen. Zwischenzeitlich konnte man sich auch noch an den ganzen Obstbäumen bedienen, was auch großartig war. Am späten Nachmittag ging es dann zurück nach La Estrella.

 

Mittwoch, 16.09.09

 

Am Vormittag den Schwestern geholfen, riesige Kisten voller Essen ins Kloster zu schleppen. Die Oberin war mal wieder auf dem Großmarkt und hat den Jeep vollgeladen. Danach bin ich dann nach Medellín gefahren, da ich noch ein paar Einkäufe machen wollte und mir das nicht für die letzte Woche in La Estrella aufheben wollte, da ich da nochmal möglichst viel Zeit für die Kinder freihalten wollte. Auf dem Rückweg hab ich dann den großen Don Pablo Emilio Escobar Gaviría an dessen Grab besichtigt. Nach langem, planlosem Umherlaufen zwischen den ganzen identischen aussehenden Marmorplatten die hier als Grabsteine dienen, rief mir dann schließlich aus einiger Entfernung ein Friedhofsarbeiter zu „Estás buscando Pablo?“ – „Suchst du Pablo?“ und zeigte mir schließlich das Grab. Kein großes Drogenbaron-Mausoleum, sondern eine schlichte schwarze Marmorplatte neben denen seiner Familienangehöriger mit der Unterschrift „Wenn Du einen guten Menschen triffst, versuche ihn nachzuahmen, triffst du einen schlechten Menschen, schau zuerst Dich selbst an“. Das spiegelt ein bisschen das Robin-Hood-Image das der hier hat wider, da er sehr viel für die arme Bevölkerung getan hat. Für die einen ist er der Teufel, die anderen verehren ihn als guten Samariter. Also einige Minuten ehrfürchtig innegehalten und mich dann auf den Heimweg gemacht.

Am Abend hab ich dann noch mein Versprechen eingelöst und mir bei Sergio, dem Friseur, den ich am ersten Tag kennengelernt hab, die Haare schneiden lassen, was absolut überfällig war. Dazu musste ich mich dann auch noch rasieren lassen und musste einen Kaffee trinken. Der hat so viel geredet, dass ich dann nach 2 Stunden endlich wieder daheim war… Dafür war das ganze kostenlos und ich bin jetzt bereit für die Karibik :-)

18.9.09 00:03, kommentieren

Wochenende 11.09. - 14.09.09

Freitag, 11.09.09

Vormittags haben mich die Schwestern aus Medellín abgeholt, obwohl ich mehrfach gesagt hab, dass ich auch öffentlich hinfahren kann. Dann erst mal nach Envigado, der ehemaligen Hochburg von Pablo Escobars Medellín-Kartell und dort ein Kinderheim besucht und Mittag gegessen. Danach ins Zentrum von Medellín ins dortige Kinderheim. Dort wurde mir dann gleich mein Zimmer gezeigt, ob wohl ich mehrfach betont habe, dass ich in einem Hostel schlafen will um auch mal Abends wegzugehen. Die Schwestern sind alle super nett und fürsorglich, aber manchmal ist es auch etwas zu viel des Guten. Also herzlich bedankt und ihnen erklärt, dass ich schon ein Hotel hab und auch mal das Medellín außerhalb des Klosters kennenlernen will. Den Nachmittag mit den Kindern verbracht und noch ein weiteres Kinderheim im Stadtteil Manrique besucht. Am frühen Abend hat mir dann eine der Nonnen noch die Metrocable (Seilbahn) bei Nacht gezeigt (trotz mehrfacher Beteuerung, dass ich das auch allein schaffe). Hat großartige Aussichten über das Lichtermeer von Medellín offenbart. Leider hab ich nur durch die Scheibe fotografieren können, da man in den Stadtteilen wo die Metrocable hält lieber nicht aussteigt… Danach Abendessen im Kinderheim und dann hab ich mich auf den Weg gemacht nach El Poblado, Stadtteil der wohlhabenderen Bevölkerung und Partymeile, wo sich auch alle Hotels und Backpacker befinden. Nach dem Einchecken hab ich mich dann gleich auf die Terrasse gesellt und bin bald mit einem Schweizer ins Gespräch gekommen, der seit 7 Monaten durch Amerika reist und am Anfang ernsthafte Probleme hatte mit mir Deutsch zu sprechen. In der nächsten halben Stunde dann gleich viele Leute aus England, Irland, Kolumbien, USA, Norwegen, Holland, Belgien, Pakistan usw. kennengelernt und einen feuchtfröhlichen Abend mit ausreichend Bier, Rum und Aguardiente (Zuckerrohrschnaps der wie Ouzo schmeckt und hier getrunken wird wie in Russland Wodka) verbracht. Am späten Abend dann feiern gegangen ins „Blue“, was auch großartig war. Um 5 Uhr früh heimgekommen und die Nacht auf der Terrasse ausklingen lassen.

 

Samstag, 12.09.09

 

Regenerationstag. Schweren Herzens musste ich mich dann doch irgendwann aufraffen um zum Stadion fahren, um eine Karte für den am Sonntag stattfindenden „Clássico“ zwischen Deportivo Independiente und Atlético Nacional zu erstehen. Dritter gegen Zweiten der Liga, Lokalderby und Erzfeinde. Nur aus der U-Bahn ausgestiegen und schon kam auch schon der Erste der mir Tickets anbot. Nach kurzem Verhandeln dann den Schwarzmarktpreis von umgerechnet 8 Euro anstelle von offiziellen 4 Euro bezahlt für die Südkurve, Fanblock von Atlético Nacional. Danach zurück ins Hotel. Den Abend und die Nacht auf der Terrasse verbracht, da alle zu faul waren wegzugehen. Gedauert hat’s trotzdem bis 7 Uhr früh.

 

Sonntag, 13.09.09

 

Mittags auf mit Nico aus Luzern und Danny aus Liverpool und noch nem Holländer auf dem Weg ins Stadion gemacht. Auf dem Weg mussten wir den Atléticofans mehrfach klarmachen, dass der Engländer trotz seiner Nationalität kein Hooligan ist. Das war gar nicht so einfach die zu überzeugen. Vor dem Stadion noch schnell ein Trikot gekauft (7 Euro) und dann in den Block. Das war nur noch krass, 50.000 verrückte Kolumbianer. Tonnenweise Konfetti, Luftschlangen und Feuerwerkskörper. Das halbe Stadion rot, die andere Hälfte grün und 90 Minuten durchgesungen. Natürlich waren wir mitten im Ultrablock, die haben uns aber supernett aufgenommen und mit eingebunden, der Schweizer durfte sogar einen Sprechchor anstimmen bei dem der ganze Block mitgemacht hat (es gibt hier nur 4 Blocks, also ¼ des Stadions). Die Angebote von Kleber und gelber Farbe zum schnüffeln haben wir trotzdem dankend abgelehnt… Die erste Halbzeit war langweilig, aber das Spiel war eh eher nebensächlich. In der Halbzeit wurde einfach weitergesungen als wären die Teams noch auf dem Platz. Zwischenzeitlich dann denen noch klargemacht, dass wir auch kein Kokain wollen, schon gar nicht, wenn es einem von nem riesigen tätowierten Atléticofan auf nem Messer mit 15cm-Klinge vor die Nase gehalten wird… Die zweite Hälfte war dann wesentlich besser. Atlético hat die Führung erzielt und ich hatte ernsthafte sorgen, dass die Tribüne einstürzt. Trotzdem dann leider noch 1:3 verloren. Nach dem Spiel gab’s dann noch eine Massenschlägerei zwischen den Spielern auf dem Platz und dann haben wir uns auf dem Weg zur U-Bahn gemacht. Aus der sichereren Entfernung der von der Polizei beschützten U-bahnhaltestelle durften wir dann noch die Straßenschlachten zwischen Atlético- und Independientefans beobachten. Alles in allem war es eine großartige kulturelle Erfahrung. Im Hostel angekommen sind der Schweizer und der Engländer gleich ins Bett und ich hab den mich den Abend auf der Terrasse verbracht und mich mit Juan aus Bogotá unterhalten, den ich die Tage zuvor kennengelernt hab.

 

Montag, 14.09.09

 

Morgens Sachen gepackt und ausgecheckt. Mittags noch mit Danny und Nico essen gegangen und mich dann auf den Weg gemacht. Vorher aber noch zum Cerro Nutibarra, einem großen Hügel in Medellín. Mit dem schweren Rucksack den Berg hoch gekrakselt und dann erstmal ausgeruht. Oben befindet sich das Pueblito Paisa, eine Nachbildung eines typischen Paisadorfes. Wieder mal nach Souvenirs geschaut, aber der Kolumbianer kennt leider nur schrecklichen Kitsch. Von oben hatte man auch eine großartige Sicht über die Innenstadt von Medellín. Danach dann per Minitaxi zurück nach La Estrella.

2 Kommentare 15.9.09 18:01, kommentieren


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